Der Pop-Talk zu unserer
Gesellschaft der Zukunft
2019

New Fall Forum – Der Pop-Talk zu unserer Gesellschaft der Zukunft

Was hat Pop mit Politik zu tun? Haben Künstler*innen eine Pflicht, sich mit den politischen Aspekten ihrer Musik zu beschäftigen? Warum ist es so schwer zwischen populär und populistisch zu unterscheiden? Welche Rolle spielt ein Begriff wie „Heimat“ in einer globalisierten Welt?

Bei den spannenden Panels des 2019 neu geschaffenen New Fall Forums wurden die zahlreichen Zuhörer Zeuge hitziger, kontroverser Diskussionen über popkulturelle und gesellschaftspolitische Themen wie Heimat, Politik im Pop und Werte in der Hip-Hop-Kultur. Nach einem erfolgreichen Wochenende voller besonderer Musikmomente und anregender Diskussionsrunden zieht Festivalleiter Hamed Shahi-Moghanni ein positives Fazit: „Wir freuen uns, dass wir unser Publikum mit unserem facettenreichen Line-Up überzeugen konnten und überall begeisterte Resonanz erhalten haben. Es war ein wunderbares Festival mit vielen unvergesslichen Momenten und wir sind dankbar dafür, das machen zu können, was wir lieben. Mit der erfolgreichen Etablierung des New Fall Forums und des neuen Festivalzentrums am Ehrenhof haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt.“

New Fall Forum sorgt für spannende Diskussionen und Kontroversen

Im Rahmen des neu geschaffenen New Fall Forums wurden das PONG/NRW-Forum sowie das Foyer und der Helmut-Hentrich-Saal in der Tonhalle am Festivalwochenende zum Schauplatz lebhafter Diskussionen über popkulturelle und gesellschaftspolitische Themen. Ziel des Forums ist die Schaffung einer Plattform für kontroverse Diskussionen gesellschaftlicher Themenstellungen, und dabei das Dilemma von teilweise reflexartiger Meinungsbildung zu hinterfragen und steril anmutende Konsensblasen zu sprengen.

Dass dieses Unterfangen auch immer ein Tanz auf der Rasierklinge ist, merkten die Forumsgastgeber bereits im Vorfeld durch die Einladung Jan Fleischhauers, die zu einer Absage der „taz“-Redakteurin und Schriftstellerin Fatma Aydemir führte, weil sie nicht an einer Diskussion mit dem umstrittenen Fokus-Journalisten teilnehmen wollte. Kontrovers und emotional geriet dann auch das Eröffnungspanel am Donnerstag, bei dem Fleischhauer mit den Autorinnen Mithu Melanie Sanyal und Jacinta Nandi sowie Moderatorin Aline Abboud über den schwer zu fassenden Begriff „Heimat“ und seine emotionale, soziale und kulturelle Dimension sprach.

Am Freitagabend diskutierten die Sängerinnen Antje Schomaker und Mine, die auch beim Festival auf der Bühne standen, mit Rapper Fuat Ergin, Pop-Autor Jens Balzer und Musikjournalist Carsten Schumacher über das Thema „Politik in der Popmusik“ und waren sich einig, dass Pop zugleich Politik ist.

Ein echtes Staraufgebot erlebte das Publikum am Samstag im Foyer der Tonhalle: Die Journalist*innen Meike Glass und Tobias „Toxik“ Kargoll diskutierten zwei Stunden lang mit den HipHop-Größen Manuellsen und Prinz Pi sowie der Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Sina Nitzsche und
 hiphop.de-Chefredakteur Aria Nejati über Werte in der HipHop-Kultur. Die hitzige Debatte der illustren Runde verdeutlichte, wie kontrovers das Weltbild der größten und bedeutendsten Subkultur betrachtet werden kann.

„Held oder Schurke? Über die (Ent-)Kriminalisierung von Menschlichkeit in turbulenten Zeiten“ war das Thema des Abschlusspanels, in dem Nora Hofstetter (Sea-Watch e.V.), die Rechtsanwältin Elisa Catic-Behr, der Künstler Arne Vogelgesang und der TV-Journalist Wulf Schmiese über politisches Engagement und die Grenzen von Kunstfreiheit stritten. Abgerundet wurde das New Fall Forum durch ein Rahmenprogramm im Unterhaus des Düsseldorfer Schauspielhauses, in dem neben dem Kunstprojekt “Embracing Realities” auch der Film „Victoria“ gezeigt wurde.

NEW FALL FORUM 2019 – Alle Panels im Überblick:

So war das New Fall Forum 2020

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