L’aupaire

L’aupaire

Fr. 26.10.2018 | 21 Uhr | Bachsaal (Johanneskirche), Düsseldorf

Hätten The Beatles Robert Laupert, der als L’AUPAIRE gerade von sich reden macht, gekannt, dann hätten sie ihr Lied „The Long And Winding Road“ nur für ihn geschrieben. „The long and winding road/That leads to your door“ – nein, nein, das ist kein Liebeslied. Sondern es geht um die Tür, die zur eigenen Stimme führt, zur eigenen Klangfarbe, die nur darauf wartet gefunden zu werden. Für Robert ist er wirklich lang und verschlungen, bis er zu dieser geheimnisvollen Tür findet, hinter der er sich, einmal eingetreten in L’AUPAIRE verwandelt.
Doch was ist so kompliziert in der Beziehung zwischen L’AUPAIRE und der Musik? Hat sie doch in seinem Leben immer eine Rolle gespielt. „Ich bin musiksüchtig gewesen “, erklärt der Musiker, „ich habe Musik aufgesogen, ein Schwamm ist nichts dagegen.“ Er hat eine musikalische Grundausbildung erhalten. Ein bisschen was hier. Ein bisschen da. Er hat probiert, was zehn Finger mit den 88 Tasten des Klaviers anfangen können. Er hat Blockflöte gespielt. Seit er 11 Jahre alt ist, beschäftigt er sich mit dem Saxofon. In seiner späteren Jugend greift er sich die alte Gitarre seiner Mutter, zieht neue Saiten auf und spielt drauf los, studiert dann in den Niederlanden Jazz-Saxofon, die Gitarre aber weiterhin im Blick.
Allein 2014 hatte L’AUPAIRE über 100 Shows auf dem Zettel. Auch veröffentlichungstechnisch bleibt er nicht untätig, es gibt die „Rollercoaster Girl“-EP und das dazugehörige Video. All das führt schließlich zu einer Einladung zum South by Southwest (SXSW) Festival nach Austin, Texas. Dies wiederum ist das Sprungbrett für seine Weiterreise nach Los Angeles, wo er auf Mocky trifft, jenen Klangzauberer, der bereits die Musik von Peaches, Feist, Gonzales oder die von Jamie Lidell veredelte.
So hingebungsvoll, wie L’AUPAIRE arbeitet und seine Kompositionen weiterentwickelt, so sicher führt er die Lieder zu all dem, was hypnotische Stücke brauchen: die Einfachheit des Blues, vollmundige Melodiebögen des Pop und spannend erzählte Geschichten. Dann wäre da noch diese Wahnsinnsstimme irgendwo zwischen Bob Dylan und Tom Waits. Und die Fähigkeit, seine Lieder aus jeder einzelnen Note heraus explodieren zu lassen und so ein unnachahmliches Klangfeuerwerk zu entfachen. Dann ist es plötzlich wirklich so, dass sich alle um L’AUPAIRE reißen. Manchmal muss man einfach warten können – und bereit sein, lange, verschlungene Wege zu beschreiten, um seine ganz eigene musikalische Stimme zu finden.
Nach langer Pause freuen wir uns dass L’AUPAIRE beim New Fall 2018 dabei ist!