Drangsal

Drangsal

So. 28.10.2018 | 18 Uhr | sipgate, Düsseldorf

Kaum ein Künstler der letzten Jahre hat die deutschsprachige Musikszene derart aufgemischt wie der in Landau aufgewachsene Multinstrumentalist und Autodidakt Max Gruber alias Drangsal. Im April erschien das zweite Album von Drangsal, dem “neuen Zuchtmeister deutscher Popmusik” (Spex), dem “De Sade mit Zuckerguss” (FAZ) und “Weirdo vom Dorf” (Spiegel Online).

Gut zwei Jahre nach seinem Debüt “Harieschaim”, das auf #29 in die Charts einstieg und den Preis für Popkultur als Newcomer des Jahres sowie eine Nominierung für den Kritiker-Echo nach sich zog, nach zahllosen Festival- und Clubshows quer durch Europa und zuletzt der gemeinsam mit Casper veröffentlichten Single “Keine Angst”, gingt 2018 endlich Max Grubers “Zores” auf uns nieder, das er beim New Fall Festival live präsentieren wird.

Schon auf dem Debütalbum „Harieschaim“ war zu spüren, dass Gruber nicht nur ein vehementer Künstler und talentierter Musiker, sondern auch riesiger Musikfan ist. Mit Mitte 20 verfügt er über ein popkulturelles Wissen, das dem der meisten anderen – ob gleichaltrig oder doppelt so alt – weit überlegen ist. Vor allem Tool und Metallica habe er in den zwei Jahren seit Veröffentlichung seines erfolgreichen Debüts gehört, sagt er. Und Die Bienenjäger, jene Band, in der Jochen Distelmeyer sang, bevor er Blumfelds Ich-Maschine zum Leben erweckte. Gruber lässt sich auf „Zores“ auch von den mondänen Melodien der wunderbaren Prefab Sprout inspirieren.

Drangsal funktioniert nur mit Gegensätzen, nur mit Reibung und braucht deshalb starke Persönlichkeiten um sich. Im Falle der Entstehung von „Zores“ sind das vor allem Produzent Markus Ganter und Co-Produzent Max Rieger, Frontmann der Stuttgarter Rockband Die Nerven, die ebenfalls beim New Fall Festival spielt. Zu dritt haben sie den Sound der Drangsal neu justiert. Da ist mehr Tiefe auf „Zores“, mehr Raum – die Hörerschaft wird es spüren. Der Song steht im Mittelpunkt, keine Reminiszenzen an ein Jahrzehnt oder Genre. War die Stimme auf dem Debüt noch oft von Hall und Echos verschleiert, ist sie jetzt glasklar. Max Gruber hat der Drangsal’schen Klang-DNA eine unüberhörbare Wendung gegeben.

Von schwelgerischem Pop über energischen Postpunk bis hin zu eruptiven Lärm – Drangsal musiziert sich auf „Zores“ gänzlich unbefangen durch die eigenen Gefühlslagen. „Die heutige Musik, ein Parasit für die Hirne der Republik Sie ist nicht mehr das, was sie früher war“ …heißt es polemisch in „Weiter Nicht“. Max Gruber ist wieder da, bereit geliebt oder missverstanden zu werden. Egal sein wird Drangsal keinem.

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